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Ohne Zeugnisse bist du nichts.

Jkolo
Geburtsjahr
1996
Geschlecht
männlich
Tätigkeit
Lehre

Gerade mache ich meine zweite Lehre da ich meinen ersten Beruf nicht gemocht habe. Mache jetzt eine Tätigkeit die mir gefällt, rein vom Arbeiten her. Doch ich bin immer noch nicht glücklich oder zufrieden. Ich freue mich nicht Arbeiten zu gehen, jeden Morgen aufstehen und wohin gehen bei dem man nicht viel Geld verdient und bei dem man für jemand anderen als für sich selbst arbeitet stört mich sehr. Auch der Gedanke das ich mich jahrelang dann anstrengen muss um VIELLEICHT eine Lohnerhöhung zu bekommen ist sehr unverträglich. Auch stecke ich sozusagen fest, es gibt nicht viel anderes das ich machen kann. Ohne jetzt die Schuld auf etwas oder jemand anderen zu schieben muss ich doch sagen das ich zwar gut erzogen wurde, doch meine Noten mir nicht erlauben irgendetwas anderes zu machen. Auch auf dem Bau komme ich nicht hin, da ich körperlich eingeschränkt bin. Jetzt steck ich also fest oder es kommt mir so vor und ich sehe bereits meine Zukunft vor meinen Augen abspielen.

Ich bin ernsthaft am überlegen ob ich mir nicht einfach eine Angelrute kaufe, nach Italien gehe und für den Rest meines Lebens am Strand meine Fische zu fangen. Das ist kein Witz, es fühlt sich so an als würde das ganze eine echte Alternative sein zu dem was ich mache, zumindestens wär ich dann zufrieden oder so was ähnliches.

Ich kann nicht gut auf all dies reflektieren und wünsche mir nur mal ein feedback oder ein paar Gedanken dazu. Habt ihr auch so ähnliches erlebt? Schafft ihr noch auf dem Lehrberuf?

PS: Kaufmann B

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Antwort

Lili
Geburtsjahr
1993
Geschlecht
weiblich
Tätigkeit
Sozpäd i.A.

Ich liebe meinen Beruf. Aber nicht mal ich gehe morgens immer gerne arbeiten. Manchmal, aber nicht gerade immer. Nicht wenn die Kinder krank sind, nicht wenn es kalt ist oder regnet und schon gar nicht, wenn ich Frühdienst habe. Und trotzdem bin ich gerne dort. Weil meine Arbeit grundsätztlich Spass macht, einen Sinn hat und ich weiss, dass ich gut bin darin. Aber das war nicht immer so. Davor hatte ich einen anderen Beruf gelernt. Und ich habe mit der Zeit echt jeden Tag gehasst. Ich musste mich immer davon abhalten einfach aus dem Geschäft zu rennen und alles hinzuschmeissen. Ich bin froh, habe ich die Ausbildung durchgezogen, aber ich habe danach keinen Tag mehr auf dem Beruf gearbeitet. Und auch wenn das in meinem Umfeld keiner verstand ausser vielleicht meiner Mutter, war es der richtige Entschluss. Denn jetzt bin ich glücklich. Davor hätte ich auch ganz gerne alles hingeschmissen, hätte mir ein paar Tiere und eine Alphütte geschnappt und hätte dort als Selbstversorger gelebt, weit weg von allen modernen Anforderungen des Lebens. Ich glaub, diese Gedanken hat jeder mal - aber kaum einer setzt sie in die Tat um. Das Leben in der Schweiz ist sehr geregelt, voller Normen, voller Pflichten. Das fühlt sich manchmal überhaupt nicht so cool an. Man kommt sich eingesperrt vor. Eingesperrt in ein System, in dem man womäglich überhaupt nicht drin sein möchte. Aber das wird besser, glaub mir. Mit ein bisschen Kreativität / Innovation und Fleiss steht dir die Welt offen. Mach deinen Abschluss und lebe dann das Leben von dem du träumst - natürlich innerhalb deiner Möglichkeiten. Was sind schon ein paar Jahre für ein Leben? Dir steht die Welt offen, keiner zwingt dich auf einem Beruf zu arbeiten, der dir nicht gefällt, wenn du einen anderen Job finden kannst. Und das sollte dir gelingen, denn ganz oft zählen weder Noten noch Beruf, sondern einfach nur der vorhandene Lehrabschluss. Überleg dir, was du gerne machen möchtest und dann, wie du dort hin kommst. Und jeder Arbeitstag ist nur noch halb so schlimm.

Antwort

degi
Geburtsjahr
1995
Geschlecht
weiblich
Tätigkeit
Mentalcoach

Heyy

Mega ausgedrückt, kann dich wirklich gut verstehen..

Ich denke, irgendwo sollte man sich die Frage stellen, wofür du hier sein willst. Was du schaffen oder erreichen willst in deinem Leben. Wenn das in Italien auf dem Boot angeln ist, dann tu es!! 😄

Aber wieso dieser Betreff „ohne Zeugnisse bist du nichts“

Hab einen schönen Tag 😃

Lg

Antwort

Jonas
Geburtsjahr
1994
Geschlecht
männlich
Tätigkeit
Kreativkopf

Hallo Jkolo

Das ist das Problem mit der Gesellschaft: alle machen das Gleiche und folgen einer Illusion. So ist auch keiner mehr authentisch und nur die authentischen überleben noch in der Masse. Ich zum Beispiel habe, statt dem Papier zu folgen, mir vieles selbst beigebracht, mein eigenes Business aufgebaut, verkauft und lebe jetzt von meinen selbsterlernten Medienkompetenzen in der Privatwirtschaft - und das ziemlich gut!

Wie soll heute einer von 20 Studenten, die im gleichen Raum sitzen, das Gleiche lernen und machen, von der Masse abheben? Alle erfolgreichen Persönlichkeiten haben sich auf anderen Wegen weiterentwickelt und zu ihrem Erfolg im Leben gefunden.

So musst du auch deinen eigenen Weg finden, was für dich richtig ist.

PS: Ich bin ebenfalls gelernter Kaufmann B-Profil. Das Zeugnis hatte bis heute keine einzige Sekunde Verwendung.