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Erschöpfung aufgrund Kampf gegen Einsamkeit

sopa
Geburtsjahr
1992
Geschlecht
weiblich
Tätigkeit
-

Hallo Zusammen

Vor vorne weg. Ich bin Jahrgang 1984 und nicht 1992. Ich bin zu alt für diese Plattform scheinbar, doch ich möchte so gerne mich heute mit jn unterhalten und Ideen finden.

Ich bin völlig erschöpft. Seit Jahren kämpfe ich nicht einsam zu sein. Mir ist es aber nur für Sport und bei der Arbeit gelungen einzelne Menschen zu haben. Diese haben aber schon meistens Familie. Im Sport muss ich eben körperlich ständig leisten, um die Treffen zu haben. Bei der Arbeit muss ich mich wahnsinnig sehr anstregend, um Anschluss zu finden. Wenn ich physisch nicht mag, bleibe ich alleine zurück am Wochenende. In den Ferien bin ich mindestens die Hälfte der Zeit alleine, weil niemand finde oder Zeit hat.

Wie soll ich endlich mit weniger Anstrengungen Anschluss finden?

Liebe Grüsse

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Antwort

Roger
Geburtsjahr
1992
Geschlecht
männlich
Tätigkeit
-

Hallo Sopa

Auch bei mir eines vorneweg: bin auch nicht Jahrgang 92, sondern (wesentlich) älter.

Ich habe vor wenigen Monaten jemanden kennengelernt, würde mich also als glücklich verliebt bezeichnen und stehe auch sonst mit beiden Beinen im Leben (wie man so schön sagt). Dies war jedoch nicht immer so

Ich habe auch bittere und sehr, sehr dunkle Zeiten erlebt, in denen mich die Einsamkeit schier aufgefressen hat. Es gab Tage, an denen ich keinen klaren Gedanken fassen konnte, innerlich total blockiert und zu nichts zu gebrauchen war.

Es war nicht so, dass ich mit gar niemandem reden konnte - ich hätte die eine oder andere Möglichkeit gehabt. Aber es war nicht das, wonach ich mich sehnte. Es ging nicht bloss darum, mit jemanden etwas zu unternehmen oder den Müll loszuwerden, der Tag und Nacht in meinen Gedanken kreiste. Ich sehnte mich danach, einen Zuhörer zu finden, der mir keine wertvollen und neunmalklugen Rat-Schläge erteilte, sondern einfach jemanden der zuhört und Verständnis zeigt.

Falls es Dir ähnlich geht, kannst Du jetzt gleich zum Ende der Nachricht springen. Denn jetzt folgen ein paar neunmalkluge Ratschläge oder besser gesagt, Schilderungen, was mich durch und aus dieser Episode geführt hat:

Irgendwann habe ich angefangen, mir gutes zu tun und mich aus schlechten Tagen "so quasi an den eigenen Haarem" herauszuziehen. Wenn ich spürte, dass ich bei der Arbeit so blockiert war, dass ich eh nichts auf die Reihe kriege, rief ich meinen Chef und sagte ihm, dass ich einen Arzttermin habe. In diesen ein, zwei Stunden machte ich dann etwas, was mir gut tat: joggen, wellness, spazieren, Solarium, Schwimmbad, schlafen, ein Buch lesen - irgendwas, wobei ich die blockierenden Gedanken beiseite schieben konnte. Nach und nach war ich dann auch in der Lage zu erkennen, was genau zu diesen Blockaden führt und versuchte ab dann, solche Situationen zu vermeiden.

Um es gleich klarzustellen: auch heute noch - viele Jahre später - tappe ich noch in die Falle. Aber ich gehe anders damit um und die "Krisen" dauern meistens nur kurz. Wenn Du nun bis hierher gelesen hast, dann hoffe ich, dass Du ein klitzekleines bisschen profitieren kannst.

So oder so, wünsche ich Dir alles Gute.

Herzlich, R.